Der Verein

Geschichtliche Entwicklung 

In den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts gründeten Johann Albert Heinrich und Maria Eleonoren von Sperl ein Hammerwerk am Weißen Regen vor den Toren Kötztings. Damit war Sperlhammer geboren. Das Eisenwerk entwickelte sich zum größten des Bayerischen Waldes. 

Die Blütezeit dauerte fast bis Ende des 19. Jahrhunderts. Dann wurde die Produktion eingestellt, übrig blieb die Spulenfabrik und das Sägewerk. Das Unternehmen wurde nun von Heinrich Albert von Sperl, dem Sohn des Gründers, geleitet. Überliefert ist, dass es nur eine Handvoll dort arbeitender Männer gewesen sein sollen, die auf die Idee kamen, eine Werkfeuerwehr zu gründen.

Diese Idee wurde in die Tat umgesetzt und am Samstag, den 23. November 1889 konnte eine solche gegründet werden. Zu den damaligen Werksgebäuden gehörte auch schon das erste Feuerwehrhaus. 1890 konnte die heute noch vorhandene Handdruckspritze von der Fa. Justus Christian Braun aus Nürnberg angekauft werden. Die Pumpe wurde von Pferden gezogen, welche bei Einsätzen wahrlich nicht verschont blieben, wie ältere Leute später noch erzählt haben.

Hersteller:
Feuerlöschmaschine-Fabrik
 Justus Christian Braun, Nürnberg
Nr. 3292, Baujahr 1890

Die finanziellen Belastungen waren sehr hoch, so das erst 1905 die 1. Vereinsfahne (2014 restauriert) gekauft werden konnte. Wiederum verzögerten finanzielle Schwierigkeiten die Weihe der Fahne. Erst am 25. Mai 1909 wurde sie bei einem feierlichen Feldgottesdienst am Veitsplatz in Kötzting geweiht. Diese Fahnenweihe war ein großer Erfolg und der Kirchenzug so lang, dass die Spitze bereits in Kötzting war, während der letzte Verein erst die Ortschaft Sperlhammer verließ. Die Mitglieder wurden immer mehr und aus der Werkfeuerwehr ging die zur damaligen Gemeinde Arndorf gehörende Freiwillige Feuerwehr Sperlhammer hervor.

Kurz vor dem 2. Weltkrieg wurde das Gerätehaus umgebaut und ein Schlauchturm errichtet.

Hersteller:
Paul Ludwig, Bayreuth
Maschine N° 8298, Nennleistung 200
ges. man. F.H. 60, Baujahr 1947

Im 3. Reich hatte es die Wehr nicht leicht. Laut Gesetz durfte es in einer Gemeinde nur eine Feuerwehr geben. Sie wurde deshalb in den ersten Kriegsjahren in die Freiwillige Feuerwehr Arndorf eingegliedert und nannte sich nun Freiwillige Feuerwehr Arndorf, Abteilung Sperlhammer. Nach dem Zusammenbruch 1945 erlangte die Wehr am 24. Mai 1949 sofort wieder ihre Selbständigkeit. Bereits ein Jahr später konnte die 1. Motorspritze (TS 2/5) angekauft werden.

Die Wehr war nun motorisiert, jedoch genügte die geringe Leistung von 200 Liter pro Minute nicht den Anforderungen. 1960 wurde deshalb eine leistungsstarke TS 8/8 von der Fa. Paul Ludwig aus Bayreuth, von der auch die Pumpe 2/5 stammte, angekauft.

Man konnte nun auch mit größeren Feuerwehren mithalten, zumal bereits 1958 von der Fa. Hobrack aus Kötzting, ein gebrauchter VW-Bus als Löschfahrzeug erworben werden konnte. Dieses Fahrzeug tat nur 5 Jahre seinen Dienst.

1963 entschloss man sich zum Kauf eines neuen Löschfahrzeuges. Es handelte sich um einen Ford-Kombi, geliefert von der Fa. Schullerer aus Kötzting.

Am 1. August 1965 feierte die Wehr ihr 75-jähriges Bestehen, verbunden mit der Weihe einer neuen Vereinsfahne. Patenverein war damals die freiwillige Feuerwehr Arndorf, mit der sich die FF Sperlhammer besonders freundschaftlich verbunden fühlt.

Im Laufe der immer stetig fortschreitenden Modernisierung und Technisierung erwies sich bald dieses Fahrzeug als zu klein.1974 entschloss man sich zum Kauf eines größeren Fahrzeugs, eines Ford-Transit, der 1975 von der Fa. Schullerer geliefert und am 05. Oktober 1975 eingeweiht wurde.

Nun war man wieder ein Stück voraus, jedoch zeigte jetzt das Spritzenhaus immer größere Unzulänglichkeiten. Man zog Erkundigungen ein und beriet, ob man es renovieren oder ein neues Gerätehaus bauen sollte. Man entschloss sich für die zweite Alternative, welche jedoch einen zusätzlichen Schulungsraum forderte, um auch die staatlichen Zuschüsse zu bekommen.

Mit Unterstützung der Stadt Kötzting und unter enormen Eigenleistungen konnte der Bau 1983 begonnen und 1985 vollendet werden. Die kirchliche Weihe erhielt der Bau im Sommer 1985.

Vom 28. bis 31. Juli 1989 feierte die Wehr ihr 100-jähriges Bestehen. Auch zu diesem Anlass wurde eine neue Vereinsfahne geweiht und die Feuerwehr Arndorf fungierte wiederum als Patenverein.

Kurz nach dem Jubelfest hat die FF Sperlhammer beschlossen, eine neue Tragkraftspritze TS 8/8, der Marke Rosenbauer, zu kaufen. Im Rahmen eines Gartenfestes wurde diese am 14. Juli 1991 eingeweiht.

Im Jahre 1999 ging ein lang ersehnter Wusch in Erfüllung. Die FF Sperlhammer kaufte ein neues Einsatzfahrzeug, einen Mercedes Benz Sprinter mit einem Kofferaufbau der Fa. Ammer + Furtner aus Landau. An zwei Tagen wurde zu diesem Anlass ein Gartenfest veranstaltet, zu dem auch die umliegenden Wehren herzlich eingeladen waren. Der Festgottesdienst und die feierliche Weihe hat am 14. August 1999, im Innenhof des Anwesen von Sperlhammer, stattgefunden.

Nach dem verheerenden Hochwasser im August 2002 schaffte der Inspektionsbereich Bad Kötzting im Jahre 2006 zwei Sandsackabfüllmaschinen an. Eine davon steht bei der FF Sperlhammer. Um diese transportieren zu können kaufte die Wehr, mit finanzieller Unterstützung der Inspektion Bad Kötzting, einen einachsigen Anhänger von der Fa. Wörmann aus Dachau.

Am 08. September 2013 wurde der Anhänger durch einen leistungsstärkeren ersetzt. Im Rahmen des Jahrtages unserer Wehr erfolge die kirchliche Segnung.

Bereits in den 1990er Jahren wurde eine erfolgreiche Jugendarbeit aufgebaut. Zahlreiche Teilnahmen an Wettbewerben, großartige Erfolge und Zusammenhalt zeugen bis heute von dieser guten Jugendarbeit.

Lage von Sperlhammer
(2 km außerhalb von Bad Kötzting)

 


2002 ©  by FF Sperlhammer last update 06.07.2014